Wie funktioniert Geld?

Wie das Geld entstand

Es könnte so einfach sein. 

Neulich, in der Steinzeit: Mann hat sein Mammut gejagt, Frau hat die Beeren gesammelt und alle waren glücklich. Dann hat jemand einen Samen in die Erde gesteckt und die Kuh gemolken und alle waren zufrieden. Jeder hatte was er zum Leben brauchte.

Die Menschen entwickelten sich. Ob Salz, mit welchem man Nahrungsmittel konservieren konnte oder ein Stück Bronze, das als Werkzeug oder Schmuck verarbeitet war. Der Tauschhandel begann.

Irgendwann war es einem zu mühsam immer mit dem Sack Kartoffeln zum Tauschen zum Markt zu gehen und wir Menschen einigten uns darauf, dass ein Stück Gold so viel Wert sei wie eine bestimmte Menge Getreide, ein Pferd und was sonst noch so getauscht wurde. 

Das Geld war erfunden.

Der Schmied, Zimmermann und Bäcker hatten nun die Möglichkeit sich auf ihr Handwerk zu konzentrieren und konnten durch ihr Fachwissen und ihr Können mehr herstellen als sie brauchten. Die Arbeitsteilung war erfunden und materieller Wohlstand stellte sich ein.

Der Marktpreis

Es wurde mit ausgefalleneren Dingen aus immer weiter entfernten Gegenden der Erde gehandelt. Salz aus den Alpen, Bernstein von der Ostsee und Gewürze und Seide aus Asien.

Die Käufer konnten nicht mehr wissen, wie viel der Kaufmann in den fernen Ländern für die Waren bezahlte und wie groß sein Aufwand für den Transport und Zölle war. So hatten die Händler die Möglichkeit mehr zu verlangen als sie investiert hatten. Gab es zu viel von einem Handelsgut, so sanken die Preise.

Es entstanden Manufakturen und Fabriken. Auch hier war es so, dass der Käufer nicht mehr nachvollziehen konnte, wie groß der Aufwand für Löhne, Rohstoffe und die Fabriken selbst war. Es gab Marktpreise und der Gewinn, die Rendite war erfunden.

Zinsen

Durch den Gewinn hatten nun wenige Menschen mehr Geld als sie für sich und ihr Unternehmen brauchten. Also verliehen sie es. An einen Müller, der seine eigene Mühle bauen wollte oder jemand mit einer Geschäftsidee, der dafür eine Fabrik bauen musste oder viele Waren einkaufen wollte um sie nachher wiederum mit Gewinn zu verkaufen.

Auch beim Geld verleihen strebten die Menschen nach Gewinn, den Zinsen.

Um diese Zinsen bezahlen zu können wurden die Preise für die Waren erhöht. Auch heute zahlen wir mit jedem Produkt, das wir kaufen Zinsen. Die Händler geben diese Zinsen den Fabrikanten und die geben sie den Banken. Ein Teil behalten die Banken für sich, den anderen Teil müssen sie denen geben, die ihr Geld bei den Banken angelegt haben. So entstand die Spirale, in der das Geld von denen die wenig haben und es nicht mit Zinsen anlegen können zu denen fließt, die schon viel haben. Es gibt heute wenige Menschen, die so viel Geld haben, dass sie durch Zinsen so viel dazu bekommen, dass sie immer reicher werden. Auch dieses Geld sparen sie wieder und bekommen dafür Zinsen, den Zinseszins.

Das Geld, das „oben“, bei den Reichen ankommt fehlt natürlich „unten“, bei denen, die die Waren kaufen müssen, so dass der Fabrikant verkaufen und seine Zinsen bezahlen kann.

Da nun nicht mehr so viel gekauft werden kann und die Fabrikanten nicht mehr so viel herstellen können werden Arbeiter entlassen. Es kommt zur Arbeitslosigkeit und zu einer Wirtschaftskrise. So geschah es vor dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Durch diese Kriege wurden sehr viele Sachen zerstört, so dass nachher auch wieder viel produziert werden musste. Das „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit. Da es sehr bedauerlich ist, dass in den Kriegen viele Menschen um´s Leben kamen und viel Leid und Elend entstand, musste ein Weg gefunden werden, dass die „Wirtschaft“ ohne Kriege immer weiter wächst.

Die Geldschöpfung

Bisher war es den Staaten, davor den Königen und Fürsten ihr Recht, Münzen zu prägen und Geldscheine zu drucken. Dieses Recht bekamen nun die Banken. Eine Bank muss heute weniger als 10% Eigenkapital haben. Mit den restlichen über 90% darf sie sich an der Geldschöpfung beteiligen und als Kredit weiter geben. Dieses von den Banken geschöpfte Geld nennt man „Giralgeld“. Es sind keine Münzen und Scheine, es steht nur auf dem Kontoauszug. Es ist nichts anderes, als das Versprechen der Bank, dass man so viel Geld besitzen würde. Das ist nicht schlimm, solange wir mit Überweisung und Kreditkarten bezahlen und somit dieses „Versprechen“ unserer Bank an die nächste Bank weiter geben. Dann steht es auf dem Kontoauszug des Nächsten.

Doch was für einen Sinn hat dieses Giralgeld? Die Wirtschaft soll angekurbelt werden. Ein Beispiel. Du nimmst einen Kredit auf um dir ein Haus zu bauen. Mit dem Geld aus dem Kredit bezahlst du die Handwerkerrechnung und der Handwerker bezahlt damit Löhne und das Material, Steine, Fenster u.s.w. an den Fabrikanten. Der bezahlt damit auch die Löhne und das Material – und die Zinsen. Da nun der Handwerker und der Fabrikant Löhne bezahlt haben, können die Arbeiter wieder Dinge kaufen und die Wirtschaft wächst wieder.

Irgendwann hat nun jeder ein Haus und ein Auto und all die Dinge die man kaufen kann. Eine weitere Lösung muss her.

Die Banken sind nun in der Not, dass sie zu viel Geld haben. Sie haben es selbst „geschöpft“ als Giralgeld auf der einen Seite und Zinsen versprochen auf der anderen Seite.

Da der Krieg keine Lösung ist müssen neue Kredite vergeben werden, so dass noch mehr produziert und gebaut werden kann. Da nun schon jeder, der es sich leisten kann ein Haus hat werden Kredite an Menschen vergeben die es sich eigentlich nicht leisten können. Die Banken drücken da schon mal ein oder zwei Augen zu. 

Es gibt noch eine Steigerung hierzu. Die Kredite an Menschen, die sie nicht zurück bezahlen können werden von Bank zu Bank verkauft. Wieder ist es nur das Versprechen, dass das Giralgeld einen realen Geldwert hat und mit Zinsen zurückbezahlt wird.

Das ist unglaublich aber wahr. So ist es in den USA geschehen.

Das war das Platzen der Immobilienblase, allgemein das Platzen von Spekulationsblasen wie es auch bei uns schon geschehen ist, die Pleite der Lehmanbrothers und anderer Banken. Wieder fand die Spirale ein Ende und wieder wurden neue Dinge ausprobiert. Abwrackprämie, Rettungsschirm für Banken und sogar für Staaten wie zum Beispiel Griechenland.

All das ist auch nur durch Kredite finanziert. Diese Kredite sind nicht von Häuslesbauern oder Fabrikanten sondern von Staaten wie Deutschland aufgenommen worden.

Es mag sein, dass sich die Spirale noch ein oder zweimal weiter dreht, doch irgendwann hat sie ein Ende.

Lösungsansätze

Zins und Zinseszins, ewiges Wirtschaftswachstum und unendliche Geldschöpfung sind keine Lösungen.

Das Wirtschaftswachstum hat auch da sein Ende, wo die Ressourcen unserer Erde zu Neige gehen, die Böden vergiftet, die Luft verpestet und die Meere verschmutzt sind.

Die Geldschöpfung muss wieder in die Hände der Gemeinschaft, der Staaten gelegt werden. Werden Waren teurer und die Zinsen höher, so muss die Geldmenge erhöht werden. Dieses Mehr an Geld wird von einer „Monetativen“, einem Staatsorgan das unabhängig von Regierung und Parlament handelt, als Kredite zur Verfügung gestellt. Die Zinsen fließen in die Staatskasse und werden als Staatsausgaben wie Sozialleistungen und anderes wieder allen Menschen gegeben. Das Geld kommt in den Kreislauf und wird nicht von einigen wenigen gehortet.

Sinken Preise und Zinsen, so werden keine neuen Kredite vergeben. Laufende Kredite werden weiter zurück bezahlt und die Geldmenge wird weniger.

Spekulationen werden besteuert oder gar verboten. Wir können da Grenzen setzen, wo der Finanzmarkt den Menschen schadet.

Kredite der Monetativen werden zu niedrigen Zinsen an Jungunternehmer vergeben, die nachhaltig, ökologisch und menschlich fair handeln. So kann eine neue Vielfalt entstehen und die regionalen Wirtschaftskreisläufe werden gefördert.

Zum Schluß

Ich habe mich nicht an die Überschrift gehalten. Ich habe lange erklärt, wie Geld nicht funktioniert. Doch hoffe ich einen kleinen Einblick gegeben zu haben wie die Situation entstand, in der wir heute sind.

Mit den Punkten am Ende meines Beitrages und Euren Ideen können wir eine lebens- und liebenswerte Zukunft gestalten.

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