Regionalismus

Zunächst einmal ein reines Wortspiel. Aber es steckt mehr dahinter. Ismen sind mir nicht geheuer. Der dialektische Dreiklang von Hegel ist aber zur Veranschaulichung nicht schlecht. Und diese Ismen sind dienlich, um den Zusammenhang plakativ darzustellen.

Zur Vermeidung von Überfrachtungen (und um mir die Arbeit leichter zu machen) verzichte ich weitgehend auf die historischen Vorläufer und gehe (fast) gleich ins Zeitgeschichtliche hinein. Dies stelle ich allerdings in einen ganz langen Zusammenhang, nämlich der langen Zählung des Mayakalenders (5112 Jahre, das Ende der langen Zählung liegt je nach Betrachtungsweise im Jahre 2011 oder 2012, 21. oder 23. Dezember).

Exkurs: Der Mayakalender

Die Mayakultur, die Erforschung der Schriften der Maya, ihres Kalenders, werden in den letzten Jahren durch eine Vielzahl von Büchern, Schriften, Filmen und Vorträgen immer weiteren Kreisen der Bevölkerung bekannt.

Bei aller Unterschiedlichkeit der Forschungsergebnisse herrscht Einigkeit darüber, dass der Mayakalender demnächst endet. Einig ist man sich auch über das Phänomen der Beschleunigung. Die einzelnen Phasen des Kalenders, dessen Zeitrechnung  nach Auffassung des Forschers Callemann mit  dem Urknall unseres Universums vor etwa 16 Milliarden Jahren beginnt, haben immer gleich viele Abschnitte, nämlich 13 (von Callemann auch als 7 Tage und 6 Nächte bezeichnet). Jede Phase ist 20 Mal kürzer als die vorherige. Der Mayakalender sagt nichts darüber aus, was nach dem Ende des Kalenders im Jahre 2012 kommen wird. Doch kaum jemand geht von einer Art „Weltuntergang“ aus.

Viele von uns fühlen, dass wir in einer bedeutenden Zeit leben. Das, was uns gewohnt war, scheint sich aufzulösen. Ein Paradigmenwechsel steht nach Auffassung Vieler unmittelbar bevor. Das Ende der langen Zählung des Mayakalenders, also einer 5112 Jahre dauernden Phase, naht.

Nach meiner festen Überzeugung werden sich die bisherigen Strukturen auch zum Ende des Mayakalenders auflösen. Wer aufmerksam beobachtet, spürt es bereits: Klimawandel, Finanzmarktkrise, Globalisierung, die Exzesse des Kapitalismus, die ungehemmte Gier,  andererseits die Bewusstwerdung, dass alles miteinander verbunden ist, dass alles irgendwie zusammen hängt, dass wir alle miteinander verbunden sind. Gleichzeitig unternehmen die bisherigen Eliten immer hektischere Versuche, die Probleme mit den in der Vergangenheit bewährten Methoden in den Griff zu bekommen. Aber es scheint nicht zu funktionieren.

Dies könnte  die vom Mayakalender behauptete Beschleunigung der Entwicklung  bestätigen. Eine Anhebung auf eine höhere Bewusstseinsstufe scheint möglich und wahrscheinlich. Dabei kann es in einer Übergangsphase zu Chaos und Anarchie kommen. Das Ausmaß und die Dauer dieses Chaos ist abhängig von unserer Wandlungsfähigkeit.

 

Vorstufen des heutigen Kapitalismus

Feudalismus, Merkantilismus und andere Formen des Wirtschaftens und der Herrschaftsverhältnisse  können als Vorstufe des Kapitalismus angesehen werden. Erst die industrielle Revolution, die Beschleunigung der Produktion, der Transporte und der Kommunikation haben den eigentlichen Kapitalismus ermöglicht. 

Nach dem Raubrittertum, der Piraterie und der Schaffung von organisatorischer Gegenmacht, wie der Hanse, Zollvereinigungen, begann die Kolonialisierung. Diese setzte sich dann im Imperialismus des 19. Jahrhunderts fort. All dies stützte sich auf den Schutz von Städten, Ländern und ganzen Staaten. Der große Ertrag fiel den einzelnen Staaten oder ihren Herrschern und ihren Günstlingen zu. Nur wenige Firmen hatten ein nahezu weltweites Geflecht von Niederlassungen und Verbindungen. Nur wenige Firmen oder auch Firmeninhaber hatten die Möglichkeit, geradezu märchenhaften Reichtum im Laufe eines einzigen Menschenlebens anzuhäufen.

Das alles änderte sich im 19. Jahrhundert und bis ins 20. Jahrhundert hinein. Man schuf zunächst auf nationaler Ebene die Möglichkeit zur Bildung von Kapitalgesellschaften. Damit vergrößerte sich die „Hebelwirkung“ einer einzelnen Firma, eines einzelnen Markteilnehmers theoretisch fast grenzenlos. Die trotz aller kriegerischer Auseinandersetzung zwischen Staaten sich bildende Übereinkunft vieler Staaten, die Bildung und die Regeln von Kapitalgesellschaften anzuerkennen, war eine wesentliche Grundlage für die Ausbreitung des Kapitalismus. Als dies geschah, etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts, fing die theoretische Gegenbewegung, der Sozialismus, der Kommunismus, „Das Kapital“ von Karl Marx (1867) erst an.

 

Gründung von Banken und die Rothschilds

Die Gründung und spätere Weiterentwicklung der Banken in Europa und später auf der ganzen Erde bilden die Grundlage des Kapitalismus. An diesen Bankhäusern ist abzulesen, wie das Bedürfnis nach ständigem Wachstum, zuweilen und jetzt – kurz vor dem grandiosen Finale – die schiere Gier nach immer mehr Geld und Macht in immer kürzerer Zeit zum globalen finanziellen Kollaps führen kann. Ursprünglich war das Bankwesen in den Händen weniger Familien, die gute Kontakte zu den Herrscherfamilien in Europa  hatten.

 

Herausragendes Beispiel ist die Familie Rothschild:

Mayer Amschel Rothschild , geb. 23.2.1744, gest. 19.9.1812 , wohnhaft in Frankfurt am Main und seine 5 Söhne begründeten die bis heute bedeutsame Rothschilddynastie. Die Rothschildbank war  von 1815 bis 1912 die bedeutsamste Bank Europas. Heute ist die Deutsche Bank eine der bedeutendsten Banken Europas.

Während die Rothschildbanken und andere, oft von privaten Anteilseignern bestimmte Banken bis heute großen Einfluss und viel Macht haben,  stolpern oder stolperten und stürzten diejenigen, die sich auf kurzfristige und exorbitant hohe Erträge spezialisiert hatten. Hieraus ist eine allgemeine Schlussfolgerung abzuleiten.

 

Der Siegeszug des Kapitalismus bis zum ersten Dämpfer

Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts fand die Gründung vieler großer Firmen, in der Regel als Aktiengesellschaften, statt, die noch heute große Herrschaft besitzen (BP, 1906; Deutsche Bank AG 1870; Exxon und Mobil 1882; Ford Motor Company 1903; Siemens, 1847, ab 1897 Siemens AG; Krupp AG 1903 usw.). Nach der Schaffung der Aktien- und anderer Kapitalgesellschaften mit theoretisch unbegrenzter Größe entwickelte sich das Börsengeschäft, insbesondere in den USA. Den ersten Dämpfer bekam der Kapitalismus am schwarzen Freitag, dem Börsencrash 1929, am 25. Oktober. Die Kursverluste ergaben sich eher vor und nach diesem Tag, damals schwankte der Dow Jones um die 300 (heute liegt er beim mehr als 30-fachen, schwankt um die 10.000).Es folgten die Depressionen der 30-er Jahre mit Millionen Arbeitslosen, welches in D den Aufstieg der Nazis beschleunigte, in den USA den „New Deal“ erzeugte mit Steuersätzen von bis zu 78 % (!).

 

Gegenidee, der Kommunismus, erst UdSSR, dann weitere Staaten

Nach der Oktoberrevolution in Russland 1917 entwickelte sich der „real existierende Sozialismus“ zunächst in der UdSSR, später in Osteuropa, China, Nordkorea, Teilen Südostasiens, Kuba. Diese bis Ende der 80-er Jahre andauernde Entwicklung bildete den Gegenpol zum Kapitalismus. Die Idee des Sozialismus, die Umerziehung des Menschen, die Erzeugung totaler Gleichheit aller Menschen in der Gesellschaft, scheiterte bekanntlich. Teils wegen der Unfreiheit, wegen der nicht wirklich existierenden Gleichheit, wegen der gewaltsamen Durchsetzung dieser Gleichheit, wegen der Unterdrückung des Strebens nach Höherem oder einfach „mehr“ von etwas. Zugleich war allein die Existenz der kommunistischen Staaten über Jahrzehnte ein Hemmnis für den unbegrenzten Raubtierkapitalismus. Neben dem eigentlichen Kampf der Systeme sickerten viele der Ideen in die sozialdemokratisch geprägten Parteien, in die Gewerkschaften ein. Deren Einsatz und die Angst der westlich geprägten Gesellschaften vor der Ausbreitung des Kommunismus/Sozialismus sorgten über Jahrzehnte für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten. Die Wohlfahrtsstaaten in Skandinavien und anderswo sorgten zeitweise für eine Verzahnung kapitalistischer und sozialistischer Elemente.

Auch wenn sich die kommunistische Idee bis auf Weiteres als nicht wirklich durchführbar erwies, war allein die Existenz dieser anderen Gesellschaftsform über Jahrzehnte dafür verantwortlich, dass die schlimmsten Exzesse des Kapitalismus ausblieben (zumindest in den westlich geprägten parlamentarisch/demokratisch organisierten Staaten). Die Exzesse fanden in der „dritten Welt“, den Entwicklungsländern statt, aber damals noch nicht vor unserer Haustür. Und wenn doch ein Exzessversuch des Kapitalismus unternommen wurde, gab es immer noch in der Regel starke Gewerkschaften oder starke politische Gegenströmungen. Die Kapitalisten „exportierten“ die schlimmsten Auswüchse des Kapitalismus in die „3. Welt“, wo  Menschen zu Hungerlöhnen arbeiten und wo die Umwelt ohne oder fast ohne Widerspruch der örtlichen Bevölkerung zerstört werden konnte.

 

Zusammenbruch des Kommunismus, Entfesselung des Kapitalismus

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, danach des Ostblocks,  forderten die Kapitalisten „ihren Lohn“. Aus dem Anfang der 90-er sind mir noch verschiedene Artikel im „Spiegel“ und der „Zeit“ geläufig, in denen insbesondere angloamerikanische Politiker den „Lohn“ für die erfolgreiche Niederringung des Kommunismus forderten. Man habe sich nun lange genug zurückgehalten.

Seit dieser Zeit nimmt man immer weniger Rücksicht auf die Bedürfnisse derjenigen, die nicht Kapitalbesitzer sind. Die Hemmungen, den Einzelnen auszubeuten, schwinden zunehmend. Die Möglichkeit, auf das andere System zu verweisen, ist verschwunden. Gleichzeitig werden Hemmnisse für die Spekulation zunehmend abgebaut. Es werden bewusst Niedriglohnsektoren geschaffen (in Deutschland u.a. durch den Abbau der Beschränkungen der Leiharbeit seit Anfang der 90-er Jahre). Technische Fortschritte bei gleichzeitigem Abbau fiskalischer Beschränkungen führen zu einer enormen Ausweitung der Möglichkeiten der Kapitalgesellschaften. Es findet geradezu ein Steuersenkungswettbewerb bei der Körperschaftssteuer statt. Von ursprünglich teilweise bei nahezu 50 % wird diese auf unter 30, teilweise unter 25 %, teilweise sogar auf 12 bis 15 %  abgesenkt. Dies geschieht parallel in einer Mehrzahl westlicher Staaten. 

Zugleich entwickelt sich die Globalisierung mit der Möglichkeit für die „Großen“, sich dort anzusiedeln, wo die Bedingungen für sie am günstigsten sind.

Das Aufkommen von Hedgefonds, die durch den technischen Fortschritt und den Abbau fiskalischer Beschränkungen erzeugte eine exorbitante Ausweitung des Handels mit Derivaten, Optionsscheinen, Futures mit einer enormen Hebelwirkung, führen zu einer Revolutionierung der Finanzmärkte. Schon seit den 80-er Jahren operieren z.B. auch staatliche Landesbanken im internationalen Finanzgeschäft und spekulieren, was eigentlich nicht ihre Aufgabe ist. Innerhalb von 10 Jahren platzen zwei riesige Blasen, zunächst um 2001 die Internetblase, 2007/2008 die Finanzmarktblase.

Den meisten Menschen in den westlichen Staaten geht es verhältnismäßig gut, die „Notwendigkeit“ klassenkämpferischer Auseinandersetzungen, von Streiks, von Maßnahmen zur Existenzsicherung ist zu dieser Zeit nicht sehr ausgeprägt. Gleichzeitig fangen die sozialdemokratisch geprägten Parteien an, ihre ursprünglichen Ideen zu verraten, statt sie weiterzuentwickeln. „Linke“ Ideen verlieren an Attraktivität, das Bürgertum und kapitalfreundliche Medien, private Fernseh- und Radiokanäle gewinnen erheblich an Bedeutung. Im Laufe der Zeit entwickelt sich gar eine Meinungsführerschaft dieser Kräfte.

 

Versagen der Politik, steckt ein größerer Plan dahinter ?

In Anbetracht des Versagens der Politik, welches wir hier in Deutschland besonders gut beobachten könne, welches aber in anderen Ländern nicht viel anders ist, frage ich mich, ob ein größerer Plan dahinter steckt. Ob es erst zum großen Chaos, zum großen Zusammenbruch, zu anarchischen Zuständen kommen muss, bevor wir Menschen nicht nur begreifen, sondern das Begriffene auch in Handlung umsetzen.

Seitens der Politik wird seit zwei Jahren und mehr über die Regulierung der Finanzmärkte gesprochen. Effiziente Handlung wird jedoch tunlichst unterlassen. Das führt mich wieder zum Mayakalender. Das Ende der langen Zählung ist für 2012 vorgesehen. Es könnte so sein, dass wir mit einer sich beschleunigenden Entwicklung konfrontiert werden, die fast alles Gewohnte über Bord wirft. Und dies mit einer Geschwindigkeit, die wir zuvor nicht für möglich gehalten haben. Es wäre Ausdruck der angekündigten Beschleunigung. Jede Phase ist nur ein Zwanzigstel der Zeit der vorherigen Phase, die letzte Phase ist nur 260 Tage lang.

Verschiedene Hinweise, Vorträge, Bücher haben in mir die Überzeugung hervorgerufen, dass es zu gewaltigen und möglicherweise auch gewalttätigen Umwälzungen kommen wird. Wir brauchen etwas für die Zeit „danach“.

 

Regionalisierung bzw. Regionalismus

Nach den Exzessen des Kapitalismus, nach der uneingeschränkten Gier, bedarf es einer anderen Struktur, einer anderen Ordnung des Zusammenlebens. Statt der Globalisierung wäre eine Hinwendung zur regionalen und lokalen Verfassung angezeigt.

Damit das gelingt, muss aber „oben“ und „unten“ angepackt werden:

Es muss global, national und regional eine Einkommensbegrenzung nach oben geben. Hierbei sollte es eine absolute Obergrenze geben, zunächst (und eventuell) auch für einen längeren Zeitraum , am besten dauerhaft) bei einer für den Normalbürger utopische hohen Grenze, beispielsweise bei 25 Millionen € pro Jahr. Alles, was darüber liegt, wird „weggesteuert“, aber nicht einfach so, sondern immer noch verbunden mit einem Anreiz für den Steuerpflichtigen: Er/sie kann zu  60 % bestimmen, welchem Zweck der Betrag oberhalb des Grenzbetrages verwendet wird. Bedingung: es muss einem allgemein in dieser Gesellschaft anerkannten Zweck dienen, also der Gesellschaft dienen. Zu 40 % bestimmt die jeweilige Gesellschaft/das Land/ die Region.

Das schafft Bewusstsein für das Allgemeinwohl, auch bei den Superreichen. Es lässt sich nicht mit dem Totschlagsargument Kommunismus/Sozialismus abkanzeln. Solche Ideen müssen wieder „salonfähig“ werden, sollten die Meinungsführerschaft übernehmen. die Zeit dafür scheint günstig, in der  selbst Konservative in Deutschland an eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 50 % denken.

Gleichzeitig muss es strukturelle Anreize geben, in und mit der Region zu wirtschaften. Die Regeln sollen so ausgestaltet sein, dass es für den Einzelnen von unmittelbarem Vorteil ist, in und mit der Region Geschäfte zu machen. eine einfache Methode wäre ein zweigeteilter Umsatzsteuersatz, z.B. 10% und 20 %.

10 % für Grundnahrungsmittel und für alles, was in der Region hergestellt/verarbeitet/“gedienstleistet“ wird. Umgekehrte Beweislast des Gewerbetreibenden oder Dienstleisters: sie/er muss beweisen, dass das Produkt/die Dienstleistung in der Region erbracht/produziert worden ist.

Auf diese Weise können auch regionale Produzenten eher mit den ganz Großen mithalten auf der preislichen Ebene.Für Dienstleister/Handwerker ergibt sich ein unmittelbarer Wettbewerbsvorteil. Gehen die Kunden zu ihm/ihr, haben sie oft einen Preisvorteil, es ist günstiger.

Dieser Vorteil muss bei der Verteilung der Umsatzsteuer mindestens erhalten bleiben. Das geschieht durch die Verteilung des Umsatzsteuererlöses: 50 %, mindestens aber 7,5% der Umsatzsteuer bleiben in der Region, das heißt vom auf 10% ermäßigten Umsatzsteuersatz bleiben 7,5 %, vom vollen Umsatzsteuersatz bleiben 10 % in der Region. Hier, beim vollen Satz, sind auch andere Beteiligungen der Region denkbar.

 

Weitere Maßnahmen, um die Regionalisierung zu fördern

Nur dasjenige, das die Region nicht leisten kann, wird nach oben an den Staat/die EU/die Weltregierung (?) abgegeben, an letztere die Ausgaben für das Militär, das Kontingent an Soldaten.

In der Region werden viele Fragen durch Volksabstimmungen entschieden (Vorbild Schweiz).

Es können in den Regionen unterschiedliche Modelle für die Gesundheitsvorsorge, für das Gesundheitswesen praktiziert werden. Jede Region organisiert ihr Krankenhauswesen selbst. Dies wird für eine gewisse Zeit die Konkurrenz oder einfach ein Nebeneinander verschiedener System in verschiedenen Regionen erzeugen.

Die Energieversorgung erfolgt regional, dezentral. Vorbild ist hierbei die Regelung im EEG, das sich zum Erfolgsmodell entwickelt hat. Auch nachwachsende Rohstoffe werden in der Region erzeugt. Z.B. wird die Biogasanlage betrieben mit Hilfe von Stoffen, die in der Region erzeugt werden. Z.B. muss das Gras, das Getreide oder andere Pflanzen nicht „reif“ werden, um für die Biogaserzeugung zu dienen. Das muss es nur, wenn es als Nahrungsmittel verwendet wird.

Weitere Förderung der regionalen Energieerzeugung durch eine Fernenergiesteuer, die den Transport von Energieträgern oder Strom über weite Strecken mit Abgaben belegt.

Grund und Boden ist ein Gut, das nur begrenzt vorhanden ist. Er lässt sich nicht vermehren. Daher halte ich zwei Maßnahmen für sinnvoll: Staffelung der Grund- und Grunderwerbsteuer. Je mehr Grund und Boden jemandem gehört, umso höher sind die Steuern, die zu zahlen sind. Überlegenswert sind Regeln, die eine dauerhafte Eigentümerschaft verhindern. Etwa Erbpacht oder die Förderung von nicht personengebundenen Eigentümerstrukturen (Stichwort „Syndikat“). Genossenschaften. Steuerliche Begünstigung von Wohnformen in Gemeinschaftseigentum.

Das Schulwesen muss nicht zentral in einem Land organisiert werden. Es muss lediglich die Vergleichbarkeit von erbrachten Leistungen hergestellt sein. Dies lässt sich durch Vergleichstests/Eingangstests für weiterführende Studiengänge/Ausbil- dungen  gewährleisten. Solche Vergleichstests finden zum Ende der Schule/der Ausbildung statt, damit unterschiedliche Konzepte auch in Ruhe zum Ziel führen können.  Die Schulformen bestimmt die Region weitgehend selbst, Sie ist mit ausreichenden Mitteln dafür auszustatten.

Herstellung der Sichtbarkeit des Geldes. Das muss nicht von oben aufgezwungen werden, sondern kann von der jeweiligen Region beschlossen werden. Maßnahmen sind etwa Einsehbarkeit der Steuerbescheide (wie in N und S), absolute Zugänglichkeit der Grundbücher für jedermann ohne Nachweis eines berechtigenden Interesses. Gleiches gilt für das Personenstandsbuch und andere Register. Transparenz ist in einer überschaubaren Region am leichtesten herstellbar. Es gibt die Vermutung, dass wenn totale Sichtbarkeit aller Geldströme und allen Vermögens hergestellt werden würde, es zwar für eine gewisse Zeit Aufruhr gäbe, die Verhältnisse sich danach aber wieder beruhigen würden.

Dann wäre z.B. folgende derzeit stattfindende  und völlig legale Steuerverkürzung nicht mehr wahrscheinlich: ein europäischer Kraftwerksbauer erhält den Auftrag zum Bau eines Großkraftwerkes in Australien. Dieses Unternehmen hat auch einen Sitz in Hongkong. Dort beträgt die Körperschaftssteuer nur 8% (im Gegensatz zu den 25 oder 30 % im europäischen Staat). Das europäische Unternehmen liefert zunächst – ohne Gewinn – nach Hongkong. Von dort wird mit dem üblichen Gewinn nach Australien weiter geliefert. Am Stammsitz des Unternehmens fällt kein Gewinn an. Am Ort der Gewinnerzeilung, in Hongkong, muss der Gewinn nur mit 8 % versteuert werden. 

 

Größe der Region

Bei etwas 500 Millionen Einwohnern in der EU und der Schaffung von etwa 300 Regionen (das ist nur ein Vorschlag, eine Festlegung gibt es insoweit noch nicht), bestünde jede Region aus etwas 1,7 Millionen Einwohnern. Probleme tauchten auf bei Großstädten wie Paris; London, Berlin. Unterhalb der Region solle es kleinere Einheiten geben. Dafür bieten die Beispiele im Buch „Neustart Schweiz“ viele Anregungen, die hier nicht wiederholt zu werden brauchen.

Die Regionen werden im Laufe der Zeit eine eigene Identität erlangen, die die Bedeutung des Nationalstaates zurückdrängt. Auch die Bedeutung der EU wird abnehmen, weil die Aufgaben der EU abnehmen werden. Auf historische und kulturelle Wurzeln und Entwicklungen muss bei der Bildung der Regionen angemessen Rücksicht genommen werden. Keineswegs darf die Region von oben „verordnet werden. Um die Bildung von Regionen zu fördern, sollten vorher hinreichend Anreize geschaffen werden und der Meinungsbildungsprozess angemessen vorbereitet werden. Einige Regionen, wie Südtirol, das Elsass, Schleswig, sind geradezu geschaffen, um künftige Regionen in der EU zu werden. andere müssen sich erst „finden“.

 

Regionalismus contra Globalisierung

Das Verständnis der Zusammenhänge, die Identitätsbildung lässt sich in der Region sehr gut herstellen.

Meines Erachtens wird aus dem Zusammenspiel der Beschränkung der Verdienstmöglichkeiten, der Beschränkung der Möglichkeiten bzw. Verteuerung der Möglichkeiten zum Erwerb von Grund und Boden, verbunden mit der steuerlichen Begünstigung des regional wirtschaftenden Teilnehmers ein guter Einstieg in die Regionalisierung geschaffen. Das Schlagwort Regionalismus habe ich einfach eingeführt, um ein kampagnenfähiges Instrument zu haben.

Die Globalisierung stößt an ihre Grenzen. Sie führt jetzt dazu, dass die Umweltverschmutzung exportiert wird, dass wir sie hier nicht sehen. Die Zusammenhänge zwischen Produktionsbedingungen in Mexico, Brasilien, China, Indien, oder sonst wo und dem Produkt, welches wir hier kaufen, dem Preis hier, können wir heute allenfalls in Einzelfällen herstellen. Hier ist mehr Transparenz erforderlich. Am leichtesten ist Transparenz jedoch vor Ort zu erzielen. In der Region kann man sich kennen. Bis global Transparenz hergestellt ist, wird es noch dauern. In der Region kann Transparenz jedoch sehr schnell hergestellt werden.

Fernziel ist (nach meiner Auffassung) die „Sichtbarkeit des Geldes“ herzustellen. Nur eine solche Sichtbarkeit wird es ermöglichen, Verhältnisse zu ändern. Die Globalisierung ist die Perfektionierung der Unsichtbarkeit des Geldes, der Geldströme, der Produktionsbedingungen.

Bei der Sichtbarwerdung des Geldes werden auch einige Dinge des Datenschutzes neu gedacht werden müssen. Der Datenschutz wird heute zu oft dazu missbraucht, um Zusammenhänge zu verschleiern. Gleichzeitig ist die Akzeptanz des Datenschutzes beim Bürger groß, weil er noch die Urangst vor dem staatlichen Missbrauch verinnerlicht hat. Der Datenmissbrauch durch Unternehmen spielte allzu lange keine Rolle. Hier muss wohl ein radikales Umdenken stattfinden.

 

Unterschiedliche Zeitkategorien und Bewusstsein

Oben habe ich dargestellt, was wünschenswert ist. Zum dauerhaften Gelingen wird das Ganze jedoch nur dann, wenn einer Veränderung des Bewusstseins auf breiter Front einsetzt. 

Zur Erläuterung bediene ich mich der Rothschildfamilie und der heutigen Politik.

Die Gründung der Rothschilddynastie wird auf den am 23.2.1744 geborenen Mayer Amscheld Rothschild zurückgeführt. Heute gibt es mehrere darauf zurückzuführende Bankhäuser. Bemerkenswert daran ist, dass die Bilanzsumme teilweise nur ein Viertel der Vermögenswerte erreicht. Man agiert offenbar vorsichtig – im Gegensatz zu Investmentbanken und ihren Papieren, denen kein innerer Wert beigemessen werden kann.

Die Politik denkt in 4- bis 5- Jahreszeiträumen, börsennotierte Unternehmen in 3-Monatszeiträumen. Ein Mensch denkt günstigstenfalls in Zeiträumen von Generationen oder der Dauer eines Menschenlebens. 

Die Rothschildfamilie und andere alteingesessene und bedeutende Familien  denken über ein Menschenleben hinaus. Sie haben sich von Anfang an nicht an Erfolg oder Misserfolg eines einzigen Herrschers oder Gönners, eines einzigen Staates gebunden. Sie haben eine Struktur geschaffen, die Menschenleben überdauert.

Dem einzelnen Politiker, dem Investmentbanker sind die langfristigen Folgen seines Tuns oft zweitrangig. Sie denken bis zur nächsten Zwischenbilanz oder der nächsten Wahl. Wer etwas großes schaffen möchte, denkt vielleicht in der Kategorie eines Menschenlebens („Lebenswerk“).

Die Vergangenheit war geprägt von dem Drang nach schierer Größe. Die meisten Gebilde, ob es Kapitalgesellschaften, Herrscherfamilien oder Staaten waren, strebten danach, immer größer zu werden. Viele der heutigen Kapitalgesellschaften bündeln eine Finanzkraft, die das BIP vieler kleinerer bis mittlerer Staaten übersteigt.

Eine ähnliche Entwicklung in der Zukunft – nach der Schaffung von Regionen, wie oben dargestellt -  kann nach meiner Meinung nur vermieden werden, wenn eine Veränderung des Bewusstseins stattfindet. Ich bin optimistisch, dass das Ende der langen Zählung des Mayakalenders auch mit einem Ende des bisher beschränkten Bewusstseins einhergeht. Die Konzentration auf eine Bilanzierungs-, Wahlperiode, eine Generation, ein Menschenleben wird der Erweiterung des Bewusstseins auf die Entwicklung der Seele weichen. Die neue kosmische Energie wird für die meisten von  uns zur Stärkung des 6. Sinns führen. Darüber werden wir uns auch leichter vom ego des physischen Körpers und hin zur Entwicklung unserer individuierten Seele entwickeln können.

Dann kann sich dauerhaft ein dominantes Bewusstsein etablieren, welches sich am Gemeinwohl und nicht am Erfolg des einzelnen Menschen – reduziert auf den physischen Körper – orientiert.

Dieses Konzept wird immer wieder  überarbeitet, es stellt den dritten Entwurf dar. Kiel, den 16.6./24.7.2010//24.3.2011/14.6.2011/K

Autor: Esben Koehn